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Backpacking in Kambodscha – das Norry von Battambang 

Der warme Wind weht durch meine Haare. Das ist also der weltberühmte Bamboo Train, oder wie er richtig im Khmer Wortlaut heißt: Norry. Bum-Bum-Bum-Bum – rattert die Draisinenbahn mit 40 km/h über die verbogenen Bahngleise. Hinter mir knattert der 6-PS- Benzinmotor. Er presst die Bambusbalken-Plattform auf zwei Achsen mit voller Kraft voran.

In den 1980er Jahren wurde aus der Not heraus der erste Bambuszug gebaut und funktionierte als Schienentaxi auf ehemaligen Kolonialtrassen. Im Vergleich zu den klassischen Zügen diente das Norry vor allem als günstiges Transportmittel für Bauern und Lasten in abgelegenen Regionen. Seitdem im Jahr 2009 die Eisenbahn in Kambodscha zunächst komplett eingestellt wurde, entwickelte sich das Norry für viele Menschen zu einem noch unentbehrlicheren Verkehrsmittel.

Doch unser Streckenabschnitt fungiert heute nur noch als Touristenmagnet. 5$ pro Person kostet die einstündige Reise in die Vergangenheit. Wer dieses Vergnügen noch erleben will, sollte sich jedoch beeilen, denn die Strecken werden zur Zeit saniert und sollen in Zukunft wieder offiziell benutzt werden.

Wir werden langsamer. Der einzelne Gleis, auf dem wir uns bewegen, ist keine Einbahnstraße und von vorne nähert sich ein weiterer Bambuszug auf seinem Rückweg. „Sorry guys, please stand up“ sagt unser Fahrer, denn wir sind mit nur zwei Passagieren in der Unterzahl. Nach den Regeln der kambodschanischen Zugfahrtkünste bedeutet das: „Warten“. Also stehen wir auf und beobachten, wie unser hölzernes Gefährt auseinandergebaut wird, um dem anderen die Weiterfahrt zu ermöglichen. Fröhlich winkend fährt die vierköpfige Familie an uns vorbei und unser Norry-Baukasten wird wieder zusammengesetzt. „Nächstes Mal gewinnen wir“ denke ich mir…

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Backpacking in Kambodscha – Floating Villages

„Heute ist der Tag, an dem wir den Tonle Sap Lake überqueren“ denke ich mir, als wir aus dem Pick-up-Bus steigen, der uns zu dem kleinen Hafengelände in der Nähe von Siem Reap gebracht hat. Bekannt ist der Süßwassersee als der größte Südostasiens. Ein Naturparadies für 150 Fischarten, seltene Wasservögel, zahlreiche Wasserschlangen und Siam-Krokodile.

Sowohl Jan, als auch ich, sind berufsbedingt bereits auf Kreuzfahrtschiff, Katamaran, Rescueboot und Schaluppe mitgefahren. Mit den Tenderbooten von AIDA Cruises hat unser heutiges Gefährt allerdings wenig gemeinsam. Unsere Rucksäcke werden vom Bootsanleger auf dem hölzernen Kutterdach deponiert und wir gesellen uns unter Deck zu den anderen zwanzig Leuten. Eine gemütliche Runde. Es soll bei den über 30 Grad noch gemütlicher werden. Auch wenn der Motor im Laufe der Fahrt ein paar Mal zu funken beginnt. Kambodscha ist und bleibt halt ein Abenteuer. Ein Abenteuer, das uns 17 Dollar pro Person kostet. Laut den Reiseleitern in Siem Reap braucht man für die Bootsfahrt nach Battambang zwischen fünf und zwölf Stunden. Wir werden mit einer kurzen Toilettenpause, denn ein WC gibt es nicht an Bord, sechs brauchen. Das liegt unter Anderem daran, dass unser Kapitän des öfteren anhalten muss, um die Schiffsschraube von den Wasserpflanzen zu befreien, die sich an ihr, in den engeren Passagen, verfangen haben. „Achtung“ rufe ich Jan zu, damit er seinen Kopf zurück zieht. Die Zweige der Bäume peitschen ins Innere unseres Bootes. Mittlerweile gibt es gar keine Passagen mehr und unser Bug wird zu einer Art Eisbrecher, allerdings für Geäst und Wurzeln. Nach circa einer Stunde, ein Hupen. Sind wir etwa schon da? Nicht ganz, dafür bietet sich uns ein atemberaubender Anblick, mit dem wir nicht gerechnet hätten.

Entlang des Sangker River tauchen zunächst vereinzelt Fischerhütten am Ufer auf. Wenig später erreichen wir schließlich ganze Dörfer. Schulen, Werkstätten, Kiosks, sogar eine Moschee – eine ganz eigene Zivilisation kann man hier auf Pontons gebaut, bestaunen. Nahezu das gesamte Leben von 1 115 Familien findet hier auf dem Fluss statt. Kinder winken uns zu: „Hello!“ Unsere Hupe lockt ein Longtailboot an, in dem eine Frau sitzt und paddelt. Sie überreicht ein Paket und fährt wieder. Post, wie wir später erfahren werden, die die Schiffsbesatzung in Battambang abgeben soll. Aber unser Kahn wird nicht nur zum Versandservice. Immer wieder kommen Leute angefahren und steigen bei uns ein. Ein Busfahrunternehmen der etwas anderen Art.

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Backpacking in Kambodscha: GREEN Angkor Wat in Siem Reap 

 

Es ist fünf Uhr als mein Reisegefährte Jan und ich vor den Toren von Angkor Wat stehen. Wir gehören zu den Ersten, die mit der Taschenlampe durch die Dunkelheit in Richtung Tempel tapsen. Ich habe zuvor in Blogs einiges über den großen Andrang am Morgen gelesen und rechne mit einem Meer aus Menschen und Fotostativen. Es ist dunkel. Nur ein paar Silhouetten kann ich erkennen. Eine nähert sich uns. Es ist ein Junge der uns Kaffee für zwei Dollar verkaufen möchte. Der genüssliche Geruch steigt mir in die Nase, wir können nicht widerstehen. Daraufhin sagt er uns, dass wir schon am besten Aussichtspunkt seien. Ich schaue mich um, es sind kaum Leute da. Wir können es kaum glauben, mag wohl wirklich an der Regensaison liegen. Jan breitet seine Decke aus, wir setzen uns und nippen an unseren Kaffees. Ein erster und letzter Schluck, denn ich Tollpatsch werfe meinen um und er fließt in den kleinen Teich direkt vor uns, auf den der Tempel seine Schatten wirft. Nichtmal verschütteter Kaffee kann mir heute die Laune verderben. Die Dämmerung setzt langsam ein.

Sunrise Angkor Wat

Es dauert nicht lang, dann ist aus der nächtlichen Stille ein wartendes Gemurmel geworden. Hinter uns macht sich eine chinesische Familie breit. Klick, Klick, klick- wird das Vogelgezwitscher durchbrochen. Ein „Ohhhh“ und „Ahhhh“ raunt durch die Stille, während die Sonne hinter dem Tempel aufgeht. Plötzlich wird der Andrang weniger. Die meisten stürmen in den Tempel hinein. Wir haben uns einen ganzen Tag für das Gelände genommen (Tagesticket für alle Tempel 30$). Es war eine Empfehlung von unserem Hostelbesitzer in Banlung, nicht den kleinen und großen Tempeltouren der Tuk-Tuk Fahrer nachzugehen, sondern sich individuell Tempel herauszusuchen. Also genießen wir noch die atemberaubende Schönheit, während die Mehrheit schon hektisch zu den nächsten Tempeln aufbricht.

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Besonders ins Auge fällt, wie gepflegt die Tempelanlage aussieht. Die ganzen riesigen Rasenflächen links und rechts von der Prozessionsstrasse waren mit Palästen und Häusern für hohe Hofbeamte, Priester, Tempeldiener und Tempeltänzerinnen bedeckt – insgesamt wohl an die 20 000 Menschen! Die ganze Anlage war eine Stadt in der Stadt. In der Ferne hören wir ein Surren und plötzlich sind wir gefesselt von dem Teamwork, das die Gärtner der Green Company bei über 30 Grad an den Tag legt. Geht einem die Kraft aus, lässt er seinen Rasenmäher stehen und ein anderer übernimmt. Wir verbringen bestimmt eine Stunde mit den Männern, Frauen und Kindern in grün, bevor wir auf dem Weg nach draußen noch von ein paar Makaken Affen überrascht werden.

 

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Backpacking in Kambodscha – Tempelanlage Ta Phrom & das Khmer Mahori Ensemble 

Das Khmer Mahori Ensemble ist ein sehr beliebtes Ensemble das in äußerst vielfältiger Form in Kambodscha existiert. Einst war es das Begleitorchester für die Tänzerinnen in Angkor Wat. Wir finden die traditionellen Musikgruppen an verschiedensten Plätzen in Siem Reap wieder – auf der Pubstreet, auf dem Nightmarket aber auch auf dem Weg zum Tempelkomplex Ta Phrom. Normalerweise besteht das Ensemble aus den drei Xylophonen Roneat Ek, Dek und Thung, den Bambusflöten Chapey und Khloy, einer variablen Anzahl Saiteninstrumente. Die Besetzung ist aber je nach Region unterschiedlich.

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Backpacking in Kambodscha: Tuk-Tuk Fahrer Vat Sophad in Banlung

Kreuz und quer knattern die Tuk-Tuks über Kambodschas Straßen. Von 600 bis 1.500 Dollar kostet ein Tuk-Tuk, eine Investition, die sich bereits nach einem Jahr auszahlen kann. Ein Fahrer unter ihnen ist Vat Sophad. Einen Tag fährt er uns durch Banlung, bringt uns zum Markt, Vulkansee und Tempel.

Hier noch ein paar Eindrücke vom Vulkansee Lake Yeak Laom (2$ Eintritt) und Nature House Hostel (10$ pro Nacht)

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Backpacking in Kambodscha – Elephant Valley Project Mondulkiri

Das Elephant Valley Project befindet sich in der abgelegenen Provinz Mondulkiri, wo 54 Elefanten leben – das ist der Großteil der Elefantenpopulation in Kambodschas. Seit 2005 wird mit dem EVP-Projekt gemeinsam mit den Einheimischen Mahouts (Elefantentrainer) für den Erhalt der Dickhäuter gesorgt. Mehr dazu erzählt unser Guide Hang im Interview.

Hier noch ein paar Eindrücke von Dschungelabenteuer und Unterkunft in Mondulkiri:

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Chemnitz: Impressionen vom Festival für urbane Kunst „ibug“ 2017

Die Industriebrachenumgestaltung – kurz „ibug“ – geht 2017 in ihre zwölfte Auflage. Erstmals findet das Festival für urbane Kunst und Kultur in Chemnitz statt. Mehr als 100 Künstler verwandelten die verfallenen Hallen der SPEMAFA, des ehemaligen VEB Spezialmaschinenfabrik an der Lerchenstraße, zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk. Hier ein kurzer Einblick in die bunte Faszination aus Streetart und Graffiti, Illustrationen und Installationen, Malerei und multimedialen Projektionen.
Mehr Infos unter: http://ibug-art.de