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Backpacking in Kambodscha – Floating Villages

„Heute ist der Tag, an dem wir den Tonle Sap Lake überqueren“ denke ich mir, als wir aus dem Pick-up-Bus steigen, der uns zu dem kleinen Hafengelände in der Nähe von Siem Reap gebracht hat. Bekannt ist der Süßwassersee als der größte Südostasiens. Ein Naturparadies für 150 Fischarten, seltene Wasservögel, zahlreiche Wasserschlangen und Siam-Krokodile.

Sowohl Jan, als auch ich, sind berufsbedingt bereits auf Kreuzfahrtschiff, Katamaran, Rescueboot und Schaluppe mitgefahren. Mit den Tenderbooten von AIDA Cruises hat unser heutiges Gefährt allerdings wenig gemeinsam. Unsere Rucksäcke werden vom Bootsanleger auf dem hölzernen Kutterdach deponiert und wir gesellen uns unter Deck zu den anderen zwanzig Leuten. Eine gemütliche Runde. Es soll bei den über 30 Grad noch gemütlicher werden. Auch wenn der Motor im Laufe der Fahrt ein paar Mal zu funken beginnt. Kambodscha ist und bleibt halt ein Abenteuer. Ein Abenteuer, das uns 17 Dollar pro Person kostet. Laut den Reiseleitern in Siem Reap braucht man für die Bootsfahrt nach Battambang zwischen fünf und zwölf Stunden. Wir werden mit einer kurzen Toilettenpause, denn ein WC gibt es nicht an Bord, sechs brauchen. Das liegt unter Anderem daran, dass unser Kapitän des öfteren anhalten muss, um die Schiffsschraube von den Wasserpflanzen zu befreien, die sich an ihr, in den engeren Passagen, verfangen haben. „Achtung“ rufe ich Jan zu, damit er seinen Kopf zurück zieht. Die Zweige der Bäume peitschen ins Innere unseres Bootes. Mittlerweile gibt es gar keine Passagen mehr und unser Bug wird zu einer Art Eisbrecher, allerdings für Geäst und Wurzeln. Nach circa einer Stunde, ein Hupen. Sind wir etwa schon da? Nicht ganz, dafür bietet sich uns ein atemberaubender Anblick, mit dem wir nicht gerechnet hätten.

Entlang des Sangker River tauchen zunächst vereinzelt Fischerhütten am Ufer auf. Wenig später erreichen wir schließlich ganze Dörfer. Schulen, Werkstätten, Kiosks, sogar eine Moschee – eine ganz eigene Zivilisation kann man hier auf Pontons gebaut, bestaunen. Nahezu das gesamte Leben von 1 115 Familien findet hier auf dem Fluss statt. Kinder winken uns zu: „Hello!“ Unsere Hupe lockt ein Longtailboot an, in dem eine Frau sitzt und paddelt. Sie überreicht ein Paket und fährt wieder. Post, wie wir später erfahren werden, die die Schiffsbesatzung in Battambang abgeben soll. Aber unser Kahn wird nicht nur zum Versandservice. Immer wieder kommen Leute angefahren und steigen bei uns ein. Ein Busfahrunternehmen der etwas anderen Art.

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