Ocho Rios – ein spontaner Rastafari-Markteinblick

„Hey, can I help you? Where are you from?“ – meist beginnt damit jeder meine Gespräche auf den Straßen der Stadt Ocho Rios, eine Kleinstadt im Norden von Jamaika.  Es dauert nicht lange, bis man mir aufdringlich einen Joint oder ein buntes Accessoire unter die Nase hält. Die meisten Einheimischen versuche ich schnell abzuwimmeln. Doch manchmal passiert es. Unvorhersehbar wird meine Neugierde in einer mir unbekannten Welt hineingezogen. So ist es auch das eine Mal, als ich schon auf dem Rückweg zum Schiff bin. Ein bärtiger Mann spricht mich von der Seite an. Natürlich mit den gleichen Fragen. Zu Beginn. Ich frage ihn, ob der gegenüberliegende Markt gerade auf sei. „Yes, sure!“ Er zupft an seinen langen Schal in den Farben, die typisch für die Rastas sind. Rot für das Blut der Märtyrer. Gold für den Reichtum von Afrika. Grün für die Vegetation Äthiopiens und die Hoffnung auf Rückkehr.

 „I can show you!“, sichert er mir mit einem breiten Grinsen zu. Ich denke mir: „Warum nicht?“ Schnell stelle ich fest, dass es keine Fehlentscheidung ist, mit ihm gemeinsam über den Markt zu gehen. Ich bin die einzige „Touristin“ hier, wo sonst nur Einheimische ihren Einkauf erledigen. Am Ende schenkt mir der Fremde eine zweistündige Führung, bei der ich viel über die Rastafari-Bewegung lerne.

 

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