VOLONTARIAT BEI THOMAS JUNKER: Kasachstan – Ein Beginn mit viel Gänsehaut

Eine Woche nach unserem Abflug vom Münchener Flughafen versuche ich, die vielseitigen Eindrücke der letzten Tage hier in Almaty zu erfassen. Nach 7,5 Stunden Flug mit 5500 km fühlen sich meine ersten Schritte und Atemzüge auf kasachischen Boden mehr als nur gut an.

Es ist sechs Uhr, als wir landen. Die Nacht im Flieger war kurz, denn nach deutscher Zeit wäre es jetzt erst zwei Uhr.Tief steht die Morgensonne über die 1,5 Millionen Einwohner Stadt Almaty. Noch zeigt das Thermometer 22 Grad an. Am Nachmittag werden es 33 Grad sein. Freundlich werden wir von den Dolmetschern Igor und Vitaly mit dem Schild in den Händen “Thomas Junker” am Airport empfangen. Während der Fahrt in die Stadt zu unserer Unterkunft, verfliegt meine Müdigkeit. Links von uns ziehen die Berge vom Transili-Alatau und rechts die ersten Hochhäuser vorbei. Ich realisiere, jetzt gehen sie endlich los, unsere Dreharbeiten für die Dokumentation Tschai, Pelmeni und Nomaden. Wie werden wohl die Menschen, die wir bisher aus unseren Recherchearbeiten kennen, in Wirklichkeit sein?

Doch Geduld ist gefragt. Erst einmal ein Gespür für die Stadt entwickeln. Dabei scheint diese Woche hier mehrmals die Zeit stillzustehen. Ich spreche aber nicht nur von Situationen, wie das Warten darauf, dass wir unser Expeditionsauto vom Zoll abholen können. Auch nicht davon, als wir mit der gezogenen Nummer an der 30 Minuten Warteschlange stehen, um eine hier gültige SIM-Karte für das Handy zu kaufen. Oder von den mit großen und teuren Autos überfüllten Straßen hier. Nein! Ich meine vor allem die überwältigenden Eindrücke, auf denen wir bei unseren bisherigen Dreharbeiten gestoßen sind. Die Zeit scheint stillzustehen, als ich im Skigebiet Shymbulak in der Gondel sitze und sich vor mir die Gletscher in den Bergen offenbaren. Als der Jurtenkonstrukteur Senbek Oshakbaev mit Stolz und Ausführlichkeit uns seine Arbeit zeigt. Bestes Beispiel ist auch der Drehtag in der Moschee Amankulov Ata, wo ich, obwohl ich eine Frau bin, den Männern beim Gebet zuschauen darf. Ein für mich persönlich nahegehender Moment mit Gänsehautfaktor! Wer weiß, ob das jemals wieder ein Imam auf dieser Welt mir gewähren wird. Die Zeit scheint stillzustehen, als ich das erste Mal in meinem Leben einen dreistufigen Kehlkopfgesang zuhören bekomme. Und ich könnte noch viele weitere Momente hier aufzählen.

Für mich persönlich ist es nicht nur meine erste große Expeditionsreise gemeinsam mit Thomas, sondern auch die erste Tour durch Kasachstan. Vieles erinnert mich hier an meinem Aufenthalt in der russischen Stadt Tomsk, der drei Jahre zurückliegt. Die einzelnen Gebäude, die noch von der alten Sowjetunion erhalten geblieben sind, die Denkmäler für die gefallenen Soldaten im 1. und 2. Weltkrieg und das Fahren riesiger Limousinen bei einer Hochzeitsfeier. Besonders freue ich mich darüber, dass meine Russischkenntnisse noch nicht ganz eingerostet sind. Das Verstehen geht noch ganz gut, nur das Sprechen fällt mir leider nicht mehr so einfach. Nun, die erste Drehwoche in Almaty ist geprägt von unvergesslichen Highlights. Ich hoffe, es werden weitere eindrucksvolle Drehmomente in denen die Zeit stillstehen zu scheint folgen, wenn nicht kann ich noch lange von den bisherigen Eindrücken zehren.

Samantha M. Günther ist in Kasachstan Assistentin dieser Filmproduktion und wird an dieser Stelle neben dem Filmemacher Thomas Junker von ihren Erlebnissen und Eindrücken während der Dreharbeiten berichten.

Hier geht es zum Blog von Thomas Junker

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